Babyboom an Garzer Schule


Ende November führten wir an der Regionalen Schule mit Grundschule „Am Burgwall“ Garz/ Rg. das durch pro familia angebotene Projekt „Babybedenkzeit“ durch. Ziel dieses Angebotes ist es, mit einem Babysimulator einen realitätsnahen Alltag mit einem „Säugling“ zu erleben, dazu werden die Themen Verhütung, Schwangerschaft, Säuglingspflege, Eigenverantwortung und Lebenspläne in der Vor- und Nachbereitungszeit angesprochen. Es soll ein Bewusstsein für Schwangerschaft und Elternsein geschaffen werden und dazu beitragen, verantwortungsvolle und informierte Entscheidungen über die Familienplanung zu treffen. Nach der Projektvorstellung wollten über 20 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8-10 sofort teilnehmen, was uns aufgrund der begrenzten Anzahl von Babysimulatoren dazu zwang, ein Auswahlverfahren zu starten. Nun musste man sich mit einer aussagekräftigen Bewerbung für eine Teilnahme bewerben, was dann schon weniger schafften. Letztendlich nahmen drei Schülerinnen und zwei Schüler der 8. und 9. Klassen teil, Amy-Joline war eine von Ihnen und berichtet wie folgt: „Ich habe an dem Projekt teilgenommen, weil ich wissen wollte, wie sich wohl meine Eltern früher mit mir gefühlt haben müssen und ob das mit einem Baby wirklich alles so anstrengend ist. Nach intensiven vorbereitenden Stunden mit viel Wissensvermittlung rund um Schwangerschaft, Geburt und Babypflege wurde „mein Kind“, ein Babysimulator, von der Projektleiterin Frau Schulze aktiviert und konnte mit mir am Freitagnachmittag ins Wochenende starten. Es war eine Puppe, die aussah wie ein echtes Baby, genauso groß und schwer. Anziehsachen, Wechselwindeln, Fläschchen und Tragekorb gehörten mit zu unserer Ausstattung. Mein Kind meldete sich  das erste Mal am Nachmittag um 15 Uhr und forderte mich dann am Tag mindestens sechsmal. Manchmal wollte es eine neue Windel, dann hatte es Hunger oder wollte ein Bäuerchen machen oder es wollte einfach nur auf den Arm genommen werden. Das alles musste ich selbst herausfinden und es entsprechend versorgen. Die Tage waren gar nicht so anstrengend, aber auch in den Nächten meldete es sich mindestens sechsmal und das war für mich dann schon sehr nervend und ätzend. Mein sonst so erholsames Wochenende geriet völlig aus der Bahn, ich wurde um 2 Uhr, um 4 Uhr, um 4:30 Uhr, 06:30 Uhr 7:40 Uhr und 8 Uhr durch forderndes Schreien unsanft geweckt. Um 8 Uhr bin ich dann wach geblieben, weil ich nicht mehr schlafen konnte, ich war so müde und kaputt und das ging das ganze Wochenende so – es war einfach nur anstrengend. Mir ist klar geworden, dass ich jetzt noch kein Kind möchte. Durch das Projekt habe ich gemerkt, dass ich noch nicht richtig für ein Baby sorgen könnte. Ich gehe noch zur Schule und habe dafür zu lernen, wofür ich dann gar keine Zeit und Nerven hätte. Ohne die Unterstützung meiner Eltern hätte ich es an dem Wochenende gar nicht geschafft, „mein Kind“ zu versorgen. Gut, dass es nur eine Puppe und nur auf Probe war und dass ich diese am Montag nach einer entsprechenden Auswertung wieder abgeben konnte. Aber es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis und ich bin froh, daran teilgenommen zu haben!“ So wie Amy-Joline haben alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler mit einem Ergebnis von jeweils über 80 % in der Aufgabenerfüllung erfolgreich teilgenommen, niemand hat aufgegeben und abgebrochen. Laut Frau Schulze von pro familia, der wir an dieser Stelle ganz herzlich für die Projektdurchführung danken möchten, ist das ein sehr gutes Ergebnis, was uns mit Stolz auf unsere Schüler blicken lässt.

E.Laue – Schulleiterin-